Millionenauftrag im EnBW-Kraftwerk Heilbronn: Unter Coronabedingungen erfolgreich abgewickelt

Heilbronn power station  (Germany)

Seit mehr als 80 Jahren steht der Standort Heilbronn für die Stromerzeugung aus Kohle und seit gut 50 Jahren auch für die Versorgung mit Fernwärme. Im Jahr 1923 wurden hier die ersten Turbinensätze in Betrieb genommen, die jedoch schnell Konkurrenz von umliegenden Wasserkraftwerken bekamen. Kriegsschäden verzögerten nach dem Zweiten Weltkrieg den Weiterbetrieb.
Eine neue Ära begann, als in den 1950er Jahren die Planungen für ein Großkraftwerk starteten. Bis Mitte des nächsten Jahrzehnts entstanden sechs Kraftwerksblöcke, von denen die letztgebauten heute noch in Betrieb sind. Im Jahr 1960 lieferte das Kraftwerk erstmals Heizdampf an einen nahe gelegenen Industriebetrieb, ein Jahr später starteten die Bauarbeiten für das Fernheiznetz. In den späten 1970er Jahren fiel die Entscheidung für den Bau von Block 7, der bei seiner Inbetriebnahme 1985 einer der modernsten und leistungsfähigsten Steinkohleblöcke der Welt war.

Projektmeeting: Arnold Massoth (links) und Ralf Kleinwechter (rechts)

Block 7 ist der größte Steinkohleblock am Standort Heilbronn. Per Schiff werden täglich bis zu 8.000 Tonnen Kohle angeliefert und auf dem Kohleplatz zwischen Kraftwerk und Neckar zwischengelagert. Von dort gelangt die Kohle über Förderbänder zum Kohlebunker und zu den Kohlemühlen. Die Kohle wird in den Mühlen staubfein gemahlen und dann in den Feuerraum des Kessels eingeblasen. Die Verbrennung erfolgt bei Temperaturen um 1.200 °C.

In der Rauchgasentschwefelungsanlage werden die dabei entstehenden Rauchgase im Nasswaschverfahren mit einer Kalksteinsuspension besprüht. Beim Waschvorgang mit der Absorptionslösung verbinden sich die Schwefeloxide des Rauchgases mit dem Kalk zu Calciumsulfit. Dieses oxidiert anschließend im Wäschersumpf durch die Eindüsung von Luft zu Gips. Der Gips wird in der Baustoffindustrie weiterverwertet.
In eben dieser Rauchgasentschwefelungsanlage hat Steuler jüngst den Korrosionsschutz erneuert.

5.000 m² Stahlfläche wurden mit dem Werkstoff VULCOFERRAN 2206 neu gummiert. Weitere 5.000 m² Stahlfläche erhielten eine Beschichtung aus STEULERFLAKE HT. Außerdem wurden diverse Rohrleitungen neu gummiert und die Tunneldächer zusätzlich mit PP geschützt.

Zu Spitzenzeiten waren über 100 Monteure vor Ort – immer unter Einhaltung der geltenden Coronarichtlinien, so dass Besprechungen zum Beispiel zwischen den Containern im Außenbereich stattfanden. Die Entschichtungsarbeiten mittels Höchstdruckwasser Technology führte Sheram aus, für die Beschichtung und Gummierung waren die Monteure der STEULER-KCH Polska Sp. z o.o. zuständig, das Material wurde von STEULER-KCH Materials produziert.

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